DKB VR Art Prize

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Ausstellung Resonanz der Realitäten

Die VR-Kunst-Ausstellung "Resonanz der Realitäten" - war vom 16.04. - 04.07.2021 im Haus am Lützowplatz in Berlin zu sehen. Die Ausstellung präsentierte die Arbeiten der Stipendiat*innen des VR KUNSTPREISes, Banz & Bowinkel, Evelyn Bencicova, Patricia Detmering, Armin Keplinger und Lauren Moffatt

 

Die Künstler*innen erschaffen Skulpturen und Gemälde fernab von physikalischen Gesetzen oder lassen künstliche Intelligenzen als Protagonist*innen auftreten. Ihre Arbeiten reflektieren soziale Dynamiken und durch neue Technologien hervorgerufene gesellschaftliche Veränderungen. Die von der VR-Kunst-Expertin und künstlerischen Leiterin Tina Sauerländer kuratierte Ausstellung bettete die VR-Kunstwerke in ortsspezifische Installationen ein: Die virtuelle Realität trat in Dialog mit dem physischen Raum.

 

Jeder Mensch nimmt die Welt mit anderen Augen wahr. Die eigene Perspektive bestimmt den persönlichen Eindruck von unserer Umgebung. Kommunikation und Austausch eröffnen die Möglichkeit unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen und zu verstehen. Dies ist nichts anderes als eine Resonanz verschiedener Realitäten, die den eigenen Blickwinkel in Beziehung zu anderen setzt und ihn so erweitert. Im besten Fall entsteht so ein offenes und empathisches Miteinander in unserer Gesellschaft. 

 

In der Kunstausstellung interagierten die Besucher*innen mit Virtual Reality-Kunstwerken, die eine digitale Resonanzebene zur physischen Welt bildeten. Sie traten in Kontakt mit virtuellen Wesen, beobachteten zwischenmenschlichen Austausch oder die Verständigung unter künstlichen Intelligenzen. Die digitalen Arbeiten resonierten im Ausstellungsraum in dazugehörigen ortsspezifischen Installationen. Durch die Gegenüberstellung von physischer und virtueller Welt erschloßen sich die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, die für die jeweiligen Orte gelten. Denn abhängig von Umgebung und Perspektive stellen sich Objekte anders dar und Kommunikation folgt anderen Gesetzmäßigkeiten.

 

Die VR-Kunst-Arbeiten vermittelten ein tieferes Verständnis der digitalen Welt. Sie zeigten Technologie als menschliches Produkt, das von unseren Werten und Normen geprägt ist. Durch unsere Auseinandersetzung mit den Werken eröffnete sich die Möglichkeit, unser Verhältnis zu Kultur, zu unseren Mitmenschen und zu den uns umgebenden Maschinen und Technologien zu hinterfragen und eine Überprüfung unseres Denkens und Handelns anzustoßen.

 

Credits: Resonanz der Realitäten, Ausstellung des VR KUNSTPREISES der DKB in Kooperation mit CAA
Berlin, kuratiert von Tina Sauerländer, Haus am Lützowplatz, Berlin, 2021, Details der Installationen von Banz & Bowinkel, Evelyn Bencicova, Patricia Detmering, Armin Keplinger & Lauren Moffatt. Fotos © J. Pegman

Resonanz der Realitäten Katalog zur Ausstellung

Das sagte die Presse

Hier lesen Sie ausgewählte Pressestimmen zur Kunst-Ausstellung "Resonanz der Realitäten" und zum VR-Kunstpreis der DKB in Kooperation mit CAA Berlin: 

 

Über den VR KUNSTPREIS

Der VR KUNSTPREIS der Deutschen Kreditbank (DKB) in Kooperation mit der Contemporary Arts Alliance (CAA) Berlin ist der erste Kunstpreis für Virtual Reality im Bereich der bildenden Kunst mit institutioneller Ausstellung in Deutschland. 

 

Die Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Potenzial neuer Technologien sowie die Erkundung und kritische Reflektion ihrer Auswirkungen auf Individuum und Gesellschaft stehen im Fokus des VR KUNSTPREISES. Der Preis soll zur strukturellen Etablierung des zukunftsweisenden Mediums in der Kunstwelt beitragen. 

 

2020 hat die DKB in Kooperation mit der CAA Berlin 5 Arbeitsstipendien vergeben - für jeweils 4 Monate à 1.000 Euro an bildende Künstlerinnen und Künstler, die mit Virtual Reality arbeiten. Ihre Werke sind ab dem 16.04.2021 in einer Ausstellung im Haus am Lützowplatz (HaL), Berlin, zu sehen. Am 7. Mai wurden 3 VR KUNSTPREISE vergeben, die mit insgesamt 12.000 Euro dotiert sind. 

 

Der 'Call for participation' ist seit dem 01.07.2020 geschlossen. Aus den 104 Einreichungen wurden 5 Künstler*innen von einer Fachjury ausgewählt. 

Künstlerische LeiterinTina Sauerländer

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Tina Sauerländer ist die künstlerische Leiterin des VR KUNSTPREISES der DKB in Kooperation mit CAA Berlin. Sie betreute schon die erste Ausgabe des VR KUNSTPREISES und kuratierte die Ausstellung „Resonanz der Realitäten“ im Haus am Lützowplatz 2021.

 

Die Kunsthistorikerin Tina Sauerländer arbeitet als freie Kuratorin und Autorin. Zu ihren inhaltlichen Schwerpunkten gehört der Einfluss des Internet und des Digitalen auf unsere persönliche Lebenswelt und Gesellschaft sowie die Auseinandersetzung mit Virtual Reality als künstlerisches Medium. 

Sie ist Mitbegründerin und Direktorin der 2010 gegründeten, unabhängigen Ausstellungsplattform peer to space und kuratierte u.a. 2017 die internationale Gruppenausstellung Die ungerahmte Welt. Virtuelle Realität als Medium für das 21. Jahrhundert im Haus der elektronischen Künste in Basel. Zusammen mit der Kuratorin Erandy Vergara entwickelte sie die Ausstellungsreihe Critical Approaches in Virtual Reality Art und realisierte Projekte wie Envisioning the Future. Other World Perspectives in Virtual Reality Art (Halcyon Arts Lab, Washington, DC, 2018) oder Speculative Cultures. A Virtual Reality Art Exhibition (Kellen Gallery, Parsons/The New School, New York, 2019).

 

(c) Portrait Tina Sauerländer von J. Pegman, 2020

Mitglieder der Fachjury

Aus allen Bewerberinnen und Bewerbern wurde eine Shortlist gewählt, aus der eine Fachjury 5 Arbeitsstipendien à 1.000 Euro pro Monat für den Zeitraum September bis Dezember 2020 vergeben hat. Mitglieder der Jury sind: 

 

  • Sabine Himmelsbach, Direktorin, HeK (Haus der elektronischen Künste Basel)

  • Astrid Kahmke, Direktorin und Kuratorin, Virtual Worlds Festival, München

  • Wolf Lieser, Galerist, DAM, Berlin

  • Ulrich Schrauth, Künstlerischer Leiter, VRHAM! Festival, Hamburg

  • Dr. Alexandra von Stosch, Mitbegründerin CAA Berlin / Leiterin Kunst und Kultur, Artprojekt Gruppe, Berlin

Die 5 nominierten VR-Künstler*innen

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Banz & Bowinkel

Giulia Bowinkel bildet zusammen mit Friedemann Banz das Berliner Künstlerduo Banz & Bowinkel. Banz & Bowinkel beschäftigen sich in ihrem Werk mit dem Computer als Alltagsmedium und seinem Einfluss auf den Menschen. Der Fokus liegt hierbei auf der Wahrnehmung der Welt, die der Mensch als Realität begreift und die nun mithilfe des Computers simulierbar wird. Mit ihrer Arbeit stellen Banz & Bowinkel den Begriff der simulierten Realität und damit gleichlautend die menschliche Wahrnehmung der Welt im virtuellen Raum in Frage.

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Evelyn Bencicova

Evelyns Bencicovas Arbeiten sind nie ganz so, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Ihre Fotografien zeigen akribische Kompositionen, die sich durch eine ästhetische Sterilität auszeichnen und gleichzeitig von poetischen Untertönen zeitloser Sehnsucht durchdrungen sind. Bencicova konstruiert narrative Szenarien, die die Grenzen zwischen Realität, Erinnerung und Imagination verwischen. Sie sind "Fiktionen, die auf Wahrheit basieren".

Indem sie facettenreich realistisch wirkende Gegebenheiten als Illusionen darstellt, stellt Bencicova die Wahrnehmung der Betrachter*innen auf die Probe, um sie in das Labyrinth ihrer Vorstellungskraft zu locken. Ihre beunruhigend schöne Bildsprache und ihre verwaschene Farbpalette, eingebettet in merkwürdig symbolische Umgebungen, ermöglichen eine tiefe Auseinandersetzung mit den Themen, die ihre Werke und Bilder weit über das hinausführen, was sie auf den ersten Blick offenbaren.

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PatriciaDetmering

Patricia Detmering kombiniert persönliche Erinnerungen mit künstlerischen Mitteln und philosophischen Referenzen zu komplexen Medieninstallationen. Sie verwendet dafür digitale Medien wie 3D-Animationen und Live-Simulationen, die oft in immersiven Umgebungen gezeigt werden. Diese Installationen bestehen aus gefundenen Objekten, Skulpturen, Gemälden und Zeichnungen, die in das übergreifende Narrativ eingebunden werden. In ihren jüngsten Arbeiten versucht sie die feine Linie zwischen digitaler und analoger Welt zu verwischen, in dem sie beide an den Rand ihrer Auflösung treibt. Auf ihrer Suche nach unbekannten Erzählweisen beschäftigt sie sich aktuell mit Virtual Reality in Kombination mit Künstlicher Intelligenz.

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ArminKeplinger

Armin Keplinger arbeitet vorwiegend mit digitaler Bilderkreation, prozessorientierten Installationen und kinetischen Skulpturen. Dabei führt er visuelle und auditive Impulse zu einer überwältigenden, immersiven Einheit zusammen. 
Drastische Änderungen von Form, Material und Dimension und die daraus resultierende Möglichkeit zum Eingreifen auf die Wahrnehmung des Betrachters haben ihn schon immer fasziniert.
In Virtual Reality sieht Armin Keplinger eine neue Plattform, um Visionen effektiv umzusetzen. Unter der völligen Kontrolle von Licht und Bewegung ohne physikalischen Abhängigkeiten erlaubt ihm dieses digitale Format einen großen Grad an direkter Umsetzungsfreiheit. In seinen Werken etabliert er wiederholt dystopische Szenarien und Settings, die das Potenzial zu ihrer Auslöschung haben. Seine visuelle Sprache ist dabei minimalistisch und balanciert zwischen Abstraktion und Realismus. 

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LaurenMoffatt

Lauren Moffatt ist eine australische Künstlerin, die mit Video, Performance und immersiven Technologien arbeitet. In ihrer Arbeit erforscht sie die nicht sichtbaren Aspekte von Erfahrungen und macht sie greifbar für Besucher*innen. Sie interessiert sich insbesondere dafür wie sich subjektive Erlebnisse und Wahrnehmungen – z.B. Gefühle, Erinnerungen oder Vorstellungen – in den virtuellen Raum verlagern, dort zeigen und spürbar machen lassen. Das resultiert dann oft in virtuellen Umgebungen, in denen Besucher*innen mit unterschiedlichen Ebenen interagieren können und auf diese Weise die Erzählung erkunden. Ihre detaillierten paradoxen Welten werden oft von Außenseitern, seltsamen Geräten und Artefakten bevölkert. 

Lauren Moffatt gewinnt VR KUNSTPREIS

Am Abend des 7. Mai 2021 wurden die 3 Gewinner*innen des VR KUNSTPREISES im Rahmen einer Preisverleihung bekanntgegeben. Die Preisjury, bestehend aus Dr. Clara Meister (Kuratorische Referentin, Gropius Bau), Esther Schipper (Gründerin und CEO Galerie Esther Schipper), Daniel Völzke (Leiter Online- Redaktion Monopol), Jan Walther (Mitglied des Vorstands, Deutsche Kreditbank AG) und Dr. Marc Wellmann (Künstlerischer Leiter, Haus am Lützowplatz), wählte aus den fünf künstlerischen Positionen die drei Gewinner*innen des VR KUNSTPREISES aus.

 

DER ERSTE PREIS DOTIERT MIT 5.000€ GING AN LAUREN MOFFATT, DER ZWEITE PREIS MIT 4.000€ AN PATRICIA DETMERING UND DER DRITTE PREIS MIT 3.000€ AN ARMIN KEPLINGER.

 

Begründung der Fachjury
 
PLATZ 1
IMAGE TECHNOLOGY ECHOES von Lauren Moffatt besticht durch ihre vielschichtige Verschränkung von Installation im Ausstellungsraum und virtuellen Welten. Das Erleben und Eintauchen in die Protagonist*innen der Arbeit führt zu einer Reflexion über die Möglichkeiten des VR-Mediums selbst und darüber hinaus zu einem Nachdenken über individuelle Weltsichten und zwischenmenschliche Kommunikation.

PLATZ 2
APORIA von Patricia Detmering ist eine poetische Arbeit, die eine spannende und unerwartete Welt erschafft, die die Betrachtenden zum Nachdenken anregt. Die Verschränkung der aus Aquarellen bestehenden virtuellen Welt mit der Inszenierung im Ausstellungsraum, der Stein und der Plastikstuhl, auf dem man Platz nimmt, erzeugen ein immersives Erlebnis, das nachhallt.

PLATZ 3
Mit einer minimalistischen und stringenten Formensprache kreiert Armin Keplinger mit THE ND-SERIAL eine technisch beeindruckende und zugleich kritische Arbeit, die sich nicht nur mit dem Begriff der Skulptur im physischen und virtuellen Raum befasst, sondern auch einen dystopischen und atmosphärischen Ort schafft, der die physikalischen Gesetze aushebelt.
 
Aufgrund der besonderen Qualität der nominierten Projekte erhielten die Künstler*innen Banz & Bowinkel und Evelyn Bencicova eine Erwähnung der Jury und eine zusätzliche Förderung von je 2.500€.

VR KUNSTPREIS Shortlist

Danke für 104 großartige Bewerbungen! Auf die Shortlist hatten wir gewählt: 

 

 

Anfang September wurden die 5 Stipendiat*innen bekannt gegeben. 

Ausstellungs- Programm

Die VR-Kunst-Ausstellung "Resonanz der Realitäten" wurde von einem umfangreichen Programm begleitet. Hier haben wir Ihnen Mitschnitte der Führungen zusammengestellt. 

Sound

Virtuell Virtuos. Der DKB-Podcast über VR-Kunst.
Wie passen Kunst und Virtual Reality zusammen? In 'Virtuell Virtuos' sprachen die Kuratorin Tina Sauerländer und die Journalistin Tanja Lepczynski 1x im Monat mit spannenden Gästen über Virtual-Reality-Kunst. Der Podcast erschien begleitend zur ersten Ausgabe des VR KUNSTPREIS. Jetzt reinhören und abonnieren auf allen Podcastplattformen - Apple, Spotify, Deezer, Google und andere.